Die Gefühlswelt des Mannes in verschiedenen Kulturen

Die Gefühlswelt des Mannes in verschiedenen Kulturen
Oder
Ein Indianer kennt keinen Schmerz
von Bruno F. Spotted Baer

Nein, der Mann ist kein gefühlloses Wesen, auch kein Holzklotz, diese Aussage gilt für den westlich denkenden Mann genauso wie für den, uns anders denkenden indianischen Mann. Dieser allzeit beliebte Spruch: „Indianer kennen keinen Schmerz“ ist genauso falsch wie, wenn man sagen würde: „Der Mann hat keine Gefühle“. Denn dieses würde man einen Indianer absprechen, wenn er wirklich keinen Schmerz kennen würde.
Ein Indianer, egal ob nordamerikanischer oder südamerikanischer Indio, kennt genauso den Schmerz wie ein deutscher, englischer, französischer oder fernöstlicher Mann. Wäre dem nicht so, dann wäre er wirklich ein gefühlloses und kaltes Wesen, wäre er kein Mensch. Der Unterschied zwischen den indianischen und den westlich denkenden Mann besteht einfach nur darin, dass der Indianer sehr stolz ist, er zeigt den Schmerz einfach nur nicht jeden. Aber er kennt ihn. Er kennt den Schmerz genauso wie jedes andere Gefühl auch, sei es Freude, Angst, Hass oder Liebe.
Der Schmerz, egal ob körperlich oder seelisch ist nun mal ein Gefühl, genauso wie Trauer, Freude, Liebe und Hass. Natürlich und das will ich auch nicht widersprechen, gibt es Unterschiede, wie man mit den Gefühlen umgeht, diese Unterschiede gibt es nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen den Männern selbst in den verschiedenen Kulturen.

Männer weinen nicht

Warum eigentlich nicht? Warum schämen sich Männer ihrer Tränen?
Weil sie nicht nur äußerlich stark auszusehen haben, nein, sie sollen diese Stärke auch nach außen vermitteln. Und dieses Denken macht den Mann zu einem gefühllosen Wesen.
Ein Mann kann aber auch auf verschiedene Weise seine Trauer ausdrücken. Er kann sich zurückziehen oder aggressiv werden.
Der indianische Mann zum Beispiel hat seine ganz eigene Art seine Trauer zu zeigen, wie zum Beispiel, seine über alles geliebten langen Haare abschneiden. Ja dies kann ein Zeichen für große Trauer sein.
Marius Müller Westernhagen, verarbeitet seine Trauer in Liedern, mit Sprüchen wie diesen: „…und ich schäme mich meiner Tränen nicht“.
Warum schreibe ich so viel über Trauer? Weil, liebe Leser, die Trauer wohl neben der Freude eins der stärksten Gefühle, neben der Freude, ist, welches der Mensch hat.

Gefühle zeigen

Gefühle zu zeigen ist nichts schändliches, ist nichts wofür sich ein Mann schämen müsste, egal ob hier in der westlichen Welt oder dort in der uns fremder Welt. Gefühle sind dafür da um ausgelebt zu werden, ob nun von einen Mann oder einer Frau. Wir sind alles Menschen.
Ich will nicht abstreiten, das die Gefühlswelt des Mannes nicht einfach zu verstehen ist, aber das ist die der Frau auch nicht.
Wenn wir aber lernen unsere Gefühle nicht zu verstecken, dann sind wir auf dem Weg zur Menschlichkeit. Einer meiner Lieblingsgedichte, wurde von einem Mann verfasst:
„Komm lehne dich an meine Schulter
und weine dich aus
Und wenn du fertig bist
dann tauschen wir die Plätze.“
© F. Hundertwasser
Dieses verstehe ich, liebe Leser, unter Gefühle zeigen.
So lassen wir uns es bewusst werden, der Mann ist auch nur ein Mensch, ein Mensch mit Gefühlen, welche gar nicht so anders sind wie die einer Frau.
Auch zwischen den verschiedenen Kulturen gibt es in der Gefühlswelt, so gut wie keine Unterschiede. Nur die Art sie zu zeigen ist unterschiedlich.

geschrieben am 31.07.2012 von Mato

 

 

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